Fair Trennen – mit richtig geführten Trennungsgesprächen.

von | Sep 16, 2022 | Alle Beiträge, Coaching, Fairer Personalabbau, Outplacementberatung neu gedacht | 0 Kommentare

Fair Trennen mit richtig geführten Trennungsgesprächen.

Personalentscheider wissen um die Bedeutung gut gemachter Vorstellungsgespräche. Der „War of talents“ ist wahr geworden. Was Arbeitsmarktexperten jahrelang vorhergesagt haben, ist jetzt spürbar geworden. Trotz Corona, trotz des Ukrainekrieges.

Wie sieht es mit der Vorbereitung auf ein gutes Trennungsgespräch aus? Fällt das in der aktuellen Personalarbeit hinunter? Möchte man den Mitarbeiter einfach am liebsten „wegwischen wie in einer Datingapp“?

Von der Bedeutung eines wertschätzenden Trennungsgespräches möchte ich heute nicht schreiben. Heute ist es mir wichtig, praktische Hilfe für eine faire Trennung, für ein richtig geführtes Trennungsgespräch zu geben. Zu einer guten Vorbereitung gehört:

  1. Wer macht das Gespräch?

Es sollte der direkte Vorgesetzte sein. Ggfs. mit Unterstützung aus HR, um vertragliche Konditionen zu besprechen.

  1. Wann mache ich das Gespräch?

Nicht am Freitagnachmittag! Der Mitarbeiter hat dann keine Gelegenheit mehr, einen Anwalt oder eine nahestehende           Person anzurufen oder sich anderweitig Hilfe zu holen.

  1. Wie sage ich es dem Mitarbeiter?
  •  Es gelten die ersten 5 Sätze. Die Botschaft muss klar sein: „Ich kündige Ihnen … zum … „. „Folgende Gründe haben    zu meiner Entscheidung geführt…“
  •  Über mögliche Kündigungskonditionen sprechen: „Wir bieten Ihnen an…“.
  •  Vermeiden Sie unklare Formulierungen wie:„Sie passen nicht mehr zu uns“. „Die Unternehmenskultur hat sich     verändert.“ Die Aussagen müssen sachlich nachvollziehbar und belegbar sein. Bereiten Sie einen  Argumentationsleitfaden vor.
  1. Mit welchen Reaktionen muss ich rechnen? Habe ich bspw. genügend Taschentücher oder muss ich mit einem aggressiven Ausbruch rechnen?
  2. Bieten Sie ein zeitnahes Folgegespräch an. Oder ein Auffanggespräch mit einem Coach, Outplacementberater.
  3. Rechnen Sie damit, dass die Trennungsbotschaft einen Schock auslösen kann, vor allem, wenn es vorher keine Kritikgespräche oder sonstigen Gespräche stattgefunden haben.
  4. Sorgen Sie gut für sich selbst. Aus meiner Beratungsarbeit weiß ich, dass das Thema Trennung bei vielen Führungskräften unbeliebt ist. Versuchen Sie hier, Ihre Persönlichkeit von Ihrer Rolle zu trennen. Sie sollten auch in Ruhe das Gespräch führen. Aber bitte nicht nach Feierabend, wenn alle Kollegen gegangen sind. Nehmen Sie sich Zeit für das Gespräch und schieben Sie es nicht zwischen in Ihren vollen Terminkalender.

Fazit:

Beziehungen zwischen Menschen haben einen Neuanfang, eine Zeit des Miteinanders und eine Zeit des Endes. Der Neuanfang und das Ende wollen gut gestaltet werden. Glücklicherweise werden noch im beruflichen Umfeld Gespräche geführt.

 

 

 

 

 

 

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