Die Teilzeit-Falle – übrigens ein Thema nicht nur für berufstätige Frauen

von | Jun 22, 2022 | Alle Beiträge, Beruflich wieder einsteigen, Berufliche Neuorientierung | 2 Kommentare

In letzter Zeit habe ich viele Frauen beraten. Frauen, die beruflich wieder einsteigen wollen. Frauen, die ihren Job verloren haben oder in meiner Outplacement-Beratung eine neue berufliche Orientierung suchen. Ebenfalls Frauen, die eine Führungsposition anstreben oder beruflich weiterkommen möchten.

Mich berührt es nach wie vor, wenn meine Klientinnen ihre Stärken nicht sehen und sich „unter Wert“ verkaufen. Und aus Angst heraus – Beruf und Familie nicht gut vereinbaren können – einen Job angenommen haben, der unter ihren Fähigkeiten liegt. Und so beruflich nicht vorankommen. Diese Frauen sind ebenfalls nie von ihrem Arbeitgeber gefördert worden oder bei einer neuen Stellenbesetzung berücksichtigt worden.

Genauso interveniere ich, wenn eine Klientin sagt, sie sucht einen Teilzeitjob und in Wirklichkeit arbeitet sie 70 %. 70 % ist ein Vollzeitjob, da diese Frauen sehr effektiv die ihnen zur Verfügung stehende Arbeitszeit nutzen.

Die Arbeit an und mit den eigenen individuellen Stärken ist deshalb ein besonderer Schwerpunkt in meiner Beratung. Mein Ziel ist es, gemeinsam mit meinen Klientinnen ihre individuellen Stärken und Talente herauszufinden. Ihnen eine Portion Mut zuzusprechen, sich und ihre Stärken gut zu vermarkten. Ihnen bewusst zu machen, dass sie mehr können und dies auch proaktiv in einem Bewerbungsprozess zeigen und ansprechen.

Deshalb: Frauen (und Männer) – traut euch eure Stärken zu erkennen, zu zeigen und euch gut zu vermarkten.

In diesem Sinn: „Tue Gutes und sprich darüber“.

 

 

2 Kommentare

  1. Sonne22

    Ich habe nach der Beratung das Glück, dass ich eine TZ-Stelle bekommen habe, die inhaltlich keine Degradierung darstellt und mich ausfüllt – ein Glücksgriff! Eine Stelle, die zu meiner Ausbildung passt und ich werde mit meinen Fähigkei8ten geschätzt – ein gute Gefühl!
    Doch nun erlebe ich ein „Aber“, das mich vor neue Herausforderungen stellt: Ich arbeite in 50% und habe eine Arbeitsauslastung, die leicht mit 70% zu bezeichnen ist. Die Arbeit wird zur Hetze und mir ist klar: Jetzt muss ich Grenzen setzen, sonst geht die Erfüllung verloren. In der Beratung wurde mir sehr klar, dass es unerleässlich ist, meine Stärken zu zeigen. Nun zeige ich sie und muss meinen Vorgesetzten gleichzeitig erinnern und erziehen, dass ich keinen 70%-Job in 50%-Anstellung wuppen kann. Der TZ-Job wird gleichzeitig zur Erziehungsarbeit. Puh! Eine neue Erfahrung und ich darf nicht jammern, sondern kann nur mit Sachargumenten überzeugen. Das ist Psycho-Arbeit on top und eine Realität, die mir nicht so klar war – Es gibt immer etwas zu lernen, doch das ist eine für mich ein Gesicht der TZ-Realität. die nicht einfach ist.

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    • Petra Perlenfein

      Hallo Frau S.
      es freut mich sehr, dass Sie eine Stelle nach der Beratung gefunden haben, die Ihnen gefällt. Aber klar, so kenne ich Sie- tatkräftig, mitdenkend, sehr gut organisiert, zuverlässig- da bekommt man mehr Arbeit. Die „Erziehungsarbeit“, die Sie schildern, ist herausfordernd, aber sie ist möglich, wenn eine entsprechende Führungskultur dabei ist. Bleiben Sie dran, damit Ihr TZ Job Ihnen nach wie vor Spaß macht.
      Viele Grüße
      Petra Perlenfein

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